BGSchrift

Hans-Jürgen Herschel

Darf man das? Darf man.

Anmerkungen zum spielerischen Umgang mit den Schriftbildern von Klaus Fresenius

Wie ein Schriftbild entsteht

Sorgfältig wischt Klaus Fresenius den Tisch ab, legt das Buch darauf, nimmt, mit dem Rücken zum Fenster, Platz, bereitet die Tusche vor, wählt einen Pinsel. Ganz ernst wirkt er, ganz versunken in seine Arbeit, er spricht nicht mehr, scheint darauf zu warten, dass die ersten Textfetzen von innen diktiert werden.

Dann schreibt er. Schreibt er? Malt er? Zeichnet er? Er hält nur inne, um den Pinsel in die Tusche zu tauchen, wenn die Buchstaben zu verblassen beginnen, kein Zaudern, Zögern, Abwägen wird sichtbar – ohne Widerstand hervorzurufen, findet der Text aufs Blatt, tanzt über die imaginären Linien, übertanzt sie …

Nach zehn, fünfzehn Minuten ist alles vorbei. Das Schriftbild liegt da wie ein eben gepflügter Acker oder wie die Oberfläche eines Sees, über die, sie kräuselnd, der Wind streicht.

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klaus fresenius
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